Protokoll des 2. Familientages
31. Mai 1998 in Wesel
1.
Mit viel Verspätung konnte der Geschäftsführer des Familienverbandes Gürtzgen / Nachkommen (j.g.), die Anwesenden im Hotel und Restaurant “ Hohe Mark “ in Wesel, begrüßen. In Abänderung der Satzung wurde allen Teilnehmern mitgeteilt, dass der Familientag vorläufig jedes Jahr stattfindet.
Es wurden durch j.g. die Grußadressen des Herrn Pastor W. A., Pfarrer am Willibrordi Dom und des Vorsitzenden des Männergesangvereins Lackhausen, Herrn R. K., verlesen.
Auf den Losverkauf für die später stattfindende Tombola wurden die Teilnehmer hingewiesen. Außerdem machte j.g. auf die Begrüßungsgeschenke (aufbügelbare kleine Familienwappen) aufmerksam. Es wurde der Tagesablauf bekanntgegeben.
Zum ersten Mal hatten alle Teilnehmer Namenschilder. Die Schilder wurden von dem Mitglied des Familienverbandes, Dr. W. G., gestiftet.
2.
AlleTeilnehmer wurden persönlich vorgestellt (Teilnehmerliste befindet sich am Ende des Protokolls). Als letzte Familie und als ein Höhepunkt des Familientages wurde B. L. G, seine Frau S. und die Tochter A. vorgestellt und begrüßt. Mit dieser Familie nahm erstmalig eine amerikanische “Guertzgen Familie“ an dem Familientag teil.
B. L. G. begrüßte anschließend (für ihn zum ersten Mal in deutscher Sprache) die Teilnehmer.
3.
Die “Sammlung Ernst von Oidtman“ wurde nun vorgestellt und auf ihre wichtige Bedeutung für die Forschung über die Familie Gürtzgen hingewiesen. Den Spendern der Bände wurden Stifterurkunden ausgehändigt. Es wurde um weitere Spenden für die Beschaffung von Literatur gebeten.
4.
Im Tagesordnungspunkt 4 wurde nun mit den Berichten über die Forschung des letzten Jahres berichtet. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Stammtafel inzwischen auf 10,03 Meter angewachsen ist und auf ihr bis zum Tage des 2. Familientreffens 557 Personen vermerkt sind.
Für die Unterstützung der Forschungen bedankte sich j.g. bei den Teilnehmern.
5.
Das neue Mitteilungsblatt des Familienverbandes Gürtzgen / Nachkommen wurde erläutert und verteilt. Der Vorstand hofft, den Standard der 1. Ausgabe halten zu können.
Das 1. Mitteilungsblatt hat 29 Blätter. Es sind total 56 Seiten bedruckt. Das Papier für den Druck der Mitteilungsblätter wurde von der Familie B., den Inhabern des Restaurants “ Hohe Mark “, gestiftet.
In der Zeit zwischen 12:30 Uhr und 13:30 Uhr wurde das Essen eingenommen und Lose für die Tombola durch I. G., verkauft.
Gegen 14:00 erschienen die Reporter der Zeitungen Neue Rhein Zeitung und Rheinische Post, um sich über den Familientag zu informieren und Bilder aller Teilnehmer zu machen.
6.
j.g. berichtete über das Auffinden der Stammtafel der adeligen Familie von Gürtzgen. Aus der Zeitknappheit wurde dieses Thema jedoch nur kurz angerissen.
7.
Referat des Herrn P. R., Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde e. V., Bezirksgruppe Duisburg, über Sinn und Bedeutung von Familienarchiven.
8.
Verlosung von 10 Preisen. Hauptgewinn war ein Original - Stein der Dhünnenburg, den das Mitglied des Familienverbandes, Frau R. B., Essen, gewann. Durch diese Tombola kamen 265,--DM in die Forschungskasse.
9.
Es folgte der Geschäftsbericht:
a) des Geschäftsführers j.g.
mit den Punkten
1. Verlesung des Protokolls des letzten Familientages
2. Erklärung zum Archiv (Gestaltung der neuen Archivordner, Familienblätter)
3. Erforschung der Familien Guertzgen in den USA
4. Mitglieder des Familienverbandes Gürtzgen / Nachkommen
5. Ankauf von 32 Bänden der Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins
b) des Kassierers S. G., Rees
mit dem Kassenbericht
Es wurde von Seiten des Kassierers darum gebeten, jeweils immer nach Beendigung des Familientages die Belege und Quittungen des abgelaufenen Geschäftsjahres vernichten zu können.Es kamen von Seiten eines Nichtmitgliedes des Familienverbandes Bedenken. Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen, die Zahlungsbelege aus dem vorigen Jahr immer nach dem Familientag zu vernichten.
Bemerkung des Geschäftsführers: Auf dem Familientag sind alle Zahlungsbelege des letzten Jahres durch jedes Mitglied des Familienverbandes zur Einsicht vorhanden. Nach dem Familientag werden alle Belege vernichtet. Hierbei spielt die Größe des Büros des Geschäftsführers und unnötiges Papiersammeln eine Rolle. Buchungsjournale mit den Einnahmen und Ausgaben, durch EDV erstellt, sowie die Ausgaben- und Einnahmenlisten bleiben immer erhalten.
Gegen 16.30 Uhr wurde der Familientag beendet. j.g. wünschte allen Teilnehmer eine gute Heimreise und gab den
30. Mai 1999
als den Termin für den
3. Familientag des Familienverbandes Gürtzgen / Nachkommen
in Wesel, bekannt.
Wesel, den 9. Juni 1998
j.g.
Grußwort des Pfarrer A. zum 2. Familientag
W.A.
Wesel, Pfingsten 1998
“Es ist später, als Du denkst ....”
Liebe große Gürtzgen - Familie!
Mit dem Motto dieses Grußschreibens an Sie am heutigen Pfingsttag bin ich in Gedanken bei Ihnen. Geradeso wie heute meine Gedanken rückwärts gehen hin zum letzten Jahr, als ich unter Ihnen sein konnte im Eröffnungsteil Ihres ersten Weseler Treffens.
“Es ist später, als Du denkst ....”,
Das ist - auf den Menschen bezogen - immer Einladung und Ansporn
zu wachem, verantwortlichen Leben.
“Es ist im Leben nie zu spät ....”
Das bleibt wohl gültig, aber das Andere eben auch:
Du sollst nichts verpassen, nichts vernachlässigen, was unwiederbringlich ist, was kostbar ist und einzigartig - an Menschen und Dingen.
Mensch, achte darauf!
Das schenkt dir Einsicht und Weitsicht.
Das macht dich sensibel ebenso wie tolerant. Das ist Rückblick und Ausblick.
“Es ist später, als Du denkst ....”
Bezieht sich das heutzutage auf alle Welt und alle, die Geschöpfe heißen?
Für uns möge es heißen:
Frag nach! Versuche, zu erforschen! Frag nach und versuch, nach vorne zu planen.
Es heißt auch: Versuch, zu verbinden, zu heilen, zusammenzubringen,
was auseinanderläuft in der Welt.
Wir sind eine Weglauf- und Fußtrittgesellschaft geworden.
Du Mensch, versuch, frag und versuch, mitzuhelfen, daß wir wieder zusammenkommen - weltweit, gemeinsam nach Sinn zu suchen und Sinnvoll - Nötiges zu tun.
“Es ist später, als Du denkst ....”
Manchmal auch im Bezug auf Ihr Bemühen, nämlich in Erfahrung zu bringen, wer die denn waren, die vor Ihnen waren. Vor uns in unserer Familie. Vor uns in unserem Ort. Wie sie denn hießen; wie sie gelebt haben, was sie gearbeitet haben, worauf sie gehofft haben, worunter sie gelitten haben. Was sie alle Ihnen gaben, Ihnen mitgaben bis in unser Jahrhundert, in Ihr ureigenstes Leben hinein. Um auf ihre Weise Vergangenes und Gegenwärtiges und hoffentlich Zuküntiges in uns zu verbinden und es fruchtbar zu machen.
Ich grüße Sie zu Ihrem Tag herzlich.
“Es ist später, als du denkst” und “Es ist nie zu spät”.
Feiern Sie froh.
Erzählen Sie viel.
Bleiben Sie wach.
Bleiben Sie kritisch.
Bleiben Sie beieinander.
Und alle behütet!
Ihr W.A.
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Wesel, den 28. Juni 1998
Liebe Mitglieder der Familie,
Dank möchte ich Euch sagen für den wunderbaren Familientag. Dank sagen für die Unterstützung meiner Forschungen und auch Dank für die Geduld, die Ihr mit mir habt.
Wenn ich heute meine Gedanken über den 2. Familientag unseres Familienverbandes kreisen lasse, tue ich es aber auch mit etwas Wehmut. Einige Mitglieder unserer Familie kann ich nach wie vor nicht für den Familientag begeistern, nein, einige lehnen ihn ab. Ich gebe aber nach wie vor die Hoffnung nicht auf, daß Ihr es bei Euren Verwandten auch immer wieder versucht, und sie dann zum nächsten Familientag mitbringt.
Nun hatten wir zum ersten mal Familienmitglieder unserer kleinen Familie aus den USA zu Gast auf dem 2. Familientag. Es ist doch herrlich, welche schönen Verbindungen sich in diesem einen Jahr ergeben haben. Im nächsten Jahr will B. L. mit 7 Familienmitgliedern kommen. Danken möchte ich auch allen Verwandten, die sich angeboten hatten, sich um die Gäste aus den USA zu kümmern. Wenn es auch für das nächste Jahr gelten soll, bitte ich um Mitteilung und um Vorschläge. Die Unterbringung für das nächste Jahr ist geklärt. Ich konnte ein schönes Ferienhaus für 14 Tage mieten.
Damit auch Ihr eine Erinnerung an diesen Tag habt, schicke ich nun die Bilder des 2. Familientages. Einige Informationen aus der hiesigen Presse lege ich dem Brief bei.
Ferner möchte ich noch einmal um Spenden für zu beschaffende Literatur bitten. Hier insbesonders um die Anschaffung von Bänden aus der “ von Oidtman - Sammlung “. Die Wichtigkeit gerade dieser Sammlung für unsere Familienforschung hatte ich ja beim Familientag ausreichend begründet.
Als letztes noch einmal meine größte Bitte:
Durchforstet Eure Fotoalben und alte Unterlagen. Ich glaube, Herr R. von der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, hat am 2. Familientag sehr klar über die Bedeutung von Familienarchiven berichtet. Und unser Verband hat sich sehr positiv in seiner Forschungsarbeit entwickelt. Wir genießen in Forscherkreisen einen sehr guten Ruf. Und den möchte ich auch mit einem mir eigenen Dickkopf aufrechterhalten.
Nun wünsche ich Euch alles Liebe und Gute und vor allen Dingen Gesundheit.
j.g. - Zeitzeichen
