So fing 1996 die
Familienforschung Gürtzgen / Nachkommen an.
Anja wohnte nicht mehr im Elternhaus und so stand das Kinderzimmer als Arbeitszimmer zur Verfügung. Gefüllt mit 3 Ordnern, einem PC mit Windows 3.1, Scanner, Tintenstrahl- und Laserdrucker, Aber noch kein Internet, dafür aber schon Fax!!
Stand: August 2004
Dr. Otto Gürtzgen.
Lindenthalgürtel 85
Köln-Lindenthal, den 1. Januar 1937
An
Die Namensträger
(von) Gürtzgen und van Gurtzgen.
A u f r u f
zur Gründung eines Familienverbandes der Träger des Namens (von) Gürtzgen und van Gurtzgen.
In den allermeisten Fällen wird es sich bei den Aufgaben eines Familienverbandes in der Hauptsache darum handeln, erst einmal die Familiengeschichte zu erforschen. Das ist heute eine Aufgabe, die über die Sippe hinausführt und zu einer volkspolitischen Aufgabe wird. Wenn jetzt ein Reichssippenamt gegründet werden soll, so ist es die Pflicht aller Familienverbände, hier freiwillige Mitarbeit zu leisten. Es muss möglich sein, in den nächsten Jahren die vollständige Bestandsaufnahme des deutschen Volkes in allen seinen Ahnen, etwa bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, durchzuführen. Zu diesem Zweck wird der Familienverband ein Familienarchiv und eine Familienkartei führen. Seine Arbeiten sollen aber nun nicht nur den Mitgliedern des Familienverbandes zugute kommen, sondern sie müssen allen den Stellen zur Verfügung stehen, die sich um die rassen- und sippengeschichtlichen Aufgaben des Volkes bemühen.
So heisst es in einem Aufsatze „ Der Weg zur Sippe „ im Westdeutschen Beobachter, Abendausgabe vom 21. August 1936. Darüber hinaus bietet die Erforschung der Familie Gürtzgen dadurch sehr interessante Besonderheiten, da sich die Überlieferung von der adeligen Abstammung, die durch Verarmung verloren gegangen sein soll, bewahrheitet hat.
Während meiner 15-jährigen Forschungsarbeit habe ich feststellen können, dass die adelige Namensführung verloren ging, und dass wir von dem rheinischen Uradelsgeschlecht von Gürtzgen (Hirsch im Wappen) abstammen müssen. Dieses Geschlecht ist in seinem „Stamme“ mit dem „Freiherrn Johann Werner von Gürtzgen zu Dhünnenburg“ bei Wermelskirchen erloschen. Der direkte Nachweis (Stammfolge) ist mir bisher leider noch nicht geglückt. Durch meine 15-jährige Forschungsarbeit habe ich inzwischen aber so viel Material zusammen getragen, dass es wert ist, auch weiteren Kreisen zugänglich gemacht zu werden. Ferner sind mir derart viel Quellen bekannt geworden, die noch auszuwerten sind, dass ich meine Forschungen nicht mehr mit den eigenen finanziellen Mitteln durchführen kann. Abgesehen von der Zeit, habe ich wohl schon ca. 200,--Mk. verausgabt.
Um nun die Forschungen auf einer besseren Basis fortführen zu können, rufe ich zur Gründung eines Familienverbandes auf. Mein bisheriges Material stelle ich dabei kostenlos zur Verfügung. Gleichzeitig bin ich zur unentgeltlichen Geschäftsführung bereit. Die Arbeit ist so gedacht, dass die Mitglieder innerhalb von 1 bis 2 Monaten jeweils in einem Rundschreiben über bisherige und neue Ergebnisse unterrichtet werden. Eine Satzung wäre noch aufzustellen.
An Monatsbeitrag habe ich M -,50 vorgesehen. Der Beitrag ist zu zahlen auf das Postscheckkonto Köln Nr. 3593 der Sparkasse der Stadt Köln mit dem Vermerk „Zur Gutschrift auf das Girokonto 5713 Dr. Gürtzgen.“
An Mitgliedern sind vorläufig vorgesehen:
Dr. Otto Gürtzgen, Köln-Lindenthal; Adolf Gürtzgen sen., Essen - Kray; Adolf Gürtzgen jun., Essen - Kray; Walter Gürtzgen, Essen; Rudolf Gürtzgen, Elberfeld - Hahnerberg; Alfred Gürtzgen, Halver i.W;
August Gürtzgen, Münster i.W; Rudolf Gürtzgen, Wesel; Joh. Peter Caspar van Gurtzgen, Zeist bei Utrecht;Adrianus Dirk Jacobus van Gurtzgen, Utrecht.
Ich bitte die einzelnen Mitglieder, mir ihre Zusage umgehend mitzuteilen und evtl. noch vorhandene Namensträger zum Beitritt zu werben, um eine recht fruchtbare Arbeit gewährleisten zu können. Endzweck des Verbandes soll sein, eine gedruckte und wissenschaftlich begründete Familiengeschichte herauszugeben und den Zusammenhalt der Sippe zu fördern.
Mit dem Wunsche für ein glückliches Neujahr, das gleichzeitig der Stichtag der Gründung sein soll, und für eine wohlinteressierte Aufnahme meines Aufrufes grüße ich mit
H.H.
Dr. Gürtzgen
Mit diesem Brief stellte sich Dr. Friedrich Wilhelm Otto Gürtzgen (DS-Nr. 131), geboren am 4. Dezember 1903 in Radevormwald, der Gürtzgen - Familie vor. Es war sein erster offener Brief an Mitglieder unserer Familie. Mit einigen anderen Mitgliedern hatte er schon vorher Kontakt. Von ihm vorher geschriebene Briefe werden hier abgeschrieben oder in bearbeiteten Kopien zu sehen sein.
Es sollen keine Briefe vom Inhalt her geändert werden.
Der Betreiber dieser Homepage wird hier auf Datenschutz Rücksicht nehmen. Falsch verstandener Datenschutz behindert jegliche Forschung. Familienforschung ist auch Familiengeschichtsforschung - und geschichtliche Abläufe lassen sich nicht ändern!
Ich will in diesem Buch versuchen, Licht in die Familiengeschichte Gürtzgen zu bringen. Ob es mir gelingen wird, weis ich am heutigen Tage (Beginn meines Schreibens an diesem Buch ist der 29. Juli 1999) noch nicht. Vieles muss noch überprüft und erforscht werden. Langeweile wird mir beim Schreiben nicht aufkommen. Es wird auch nicht alles Archivmaterial eingearbeitet werden können. Dafür ist das Gürtzgen - Archiv mit seinen bis zum heutigen Tage umfassenden 34 Ordnern, einigen Schnellheftern und sonstigen Materialien zu umfangreich geworden.
Der Leser wird am Schluss über dieses Buch urteilen müssen. Ich hoffe, die negative Kritik wird nicht zu groß sein.
Als Autor dieses Werkes stelle ich mich und meine Arbeit erst einmal vor:
Ich heiße j.g. (DS-Nr. 233), bin 1944 während der Evakuierung in Niederschlesien, geboren. Kurz nach meiner Geburt kam ich wieder zurück nach Wesel an den Niederrhein. Hier besuchte ich den Kindergarten und wurde 1951 in die Volksschule eingeschult. Ich lebte überwiegend bei meinen Großeltern, die zusammen mit meinen Eltern in einem Haus wohnten.
Mein Großvater erzählte mir oft von der Familienforschung Gürtzgen, die Dr. Otto Gürtzgen (DS-Nr. 131) aus Köln vor dem 2. Weltkrieg betrieben hatte, und daß er Mitglied in dem damaligen Familienverband war. Auch erzählte er mir häufig von seinem Bruder Emil, der wohl um 1906 nach Amerika ausgewandert sei. Rudolf G. hatte einen kleinen Ordner mit Dokumenten aus der alten Familienforschung und als ich lesen konnte, habe ich diesen Ordner häufig angesehen. Von besonderem Interesse war für mich eine Stammtafel, die bis in das Jahr 1670 zurückging. Damals schon hatte ich mir vorgenommen später auch Familienforschung zu betreiben und einen Familientag zu organisieren.
Großvater Rudolf starb am 7. Juli 1956 und die kleine Mappe mit den Unterlagen erhielt mein Vater und legte sie zur Seite.1980 verstarb mein Vater und einige Wochen später erhielt ich den Ordner mit den Unterlagen zur Familienforschung. Schon einige Tage später habe ich dann mit der Familienforschung neu begonnen. Mit sehr viel Energie ging ich ans Werk, wurde aber schon nach kurzer Zeit durch das Desinteresse meiner gesamten Familie gebremst. Nach nur einem halben Jahr habe ich mit der Familienforschung aufgehört und nur noch für mich alleine und ohne jegliches System im ganz kleinen Stil geforscht.
Vor einigen Jahren interessierte sich ein Verwandter für meine Forschungen. Sein Sohn wäre sehr neugierig und er besuchte mich mit seiner Familie. Da ich eine schöne kleine Sammlung hatte war ich eigentlich froh, wenn sich ein Nachfolger gefunden hätte. Aber die Neugierde war damals nur ein Strohfeuer. Heute interessiert sich aus dieser Familie keiner mehr für die Familienforschung. So blieb dann über einen längeren Zeitraum bei mir die Forschung liegen. Ich dachte auch nicht mehr an die schöne Beschäftigung. Ein ehemaliger Arbeitskollege zeigte mir, wie man mit Hilfe eines Computers Familienforschung betreiben kann. Ich war begeistert von dieser Art Forschung. Nur störte mich der Umgang mit dem PC. So habe Ich mir aber dann Informationen besorgt, viel gelesen und dann einen Computer gekauft. Auch habe ich mir immer wieder Familienforschungs - Programme angesehen. Ich habe dann im Juni 1996 wieder mit der Familienforschung angefangen. Im November des gleichen Jahres wurde ich Rentner und hatte die Möglichkeit, soweit es mein Gesundheitsstand zulässt, mich intensiv mit der Genealogie (Familienforschung) zu beschäftigen. Nun zeigte sich die Technik und der Computer von seiner besten Seite. Hatte ich 1980 tagelang in der Hauptpost gesessen und in Telefonbüchern nach Angehörigen unserer Familie gesucht, fand ich nun nach Einlegen einer Telefon-CDROM gleich auf Anhieb 33 Eintragungen mit dem Familiennamen Gürtzgen. Kurze, meist längere Anrufe mit Mitgliedern unserer Familie zeigten an, dass eine Reihe von ihnen inzwischen an der Familienforschung Gürtzgen interessiert waren.
Recht schnell erhielt erste Daten, die ich in meinen Computer eingeben konnte. Ich hatte ja die alte Stammtafel aus dem Nachlaß meines Großvaters, die ca. 150 Personen umfasste und auf die ich aufbauen konnte. Da ich relativ schnell von den Mitgliedern unserer Familie Unterlagen unterschiedlichster Art bekam, beschloss ich, für das Jahr 1997 den ersten Familientag zu planen. Im November 1996 verschickte ich die Einladungen zum 1. Familientag der Familien Gürtzgen und wartete gespannt auf Rückmeldungen.
Meine Hauptbeschäftigung war es jedoch, alte Daten die ich von Dr. Otto übernommen hatte, zu überprüfen. Die Arbeit zwischen mir und meinem PC wurde auch immer besser. Viele Daten waren in der Übernahme innerhalb der alten Stammtafel nicht korrekt. Einiges musste geändert werden. Mit Gewissheit sind in den heutigen Daten auch noch Fehler verborgen. Die Mitarbeit von Seiten der Familienangehörigen war im Großen und Ganzen sehr gut. Einige konnte ich natürlich nicht überzeugen, - einige lehnten die Forschung grundsätzlich ab!
In meiner Forschung legte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich das Schwergewicht auf die Nachkommen meines Großvaters Rudolf G. (DS-Nr. 71). In der alten Stammtafel, die im Jahr 1938 endete, waren nur er und einige seiner Geschwister eingetragen. Beide Ehen, seine erste Frau, Berta Neumann (DS-Nr. 205), war schon am 5. März 1929 in Wesel verstorben, sowie seine bis dahin existierenden Nachkommen waren nicht aufgeführt. Heute sind alle seine Nachkommen ermittelt, geringfügige Daten fehlen mir noch. Viele Telefonate wurden jedoch mit Mitgliedern der Familien Gürtzgen geführt und ich bekam recht schnell einen guten Überblick über den tatsächlichen Stand der Familie nach 1938.
Viele glückliche Zufälle gehören aber zur Familienforschung. So brauchte ich eine Urkunde der Evangelischen Kirchengemeinde Halver. Also schrieb ich die Gemeinde an und bat um Auskunft. Nach recht kurzer Zeit erhielt ich die gesuchte Urkunde zu einem für mich erfreulichen Preis mit der Bemerkung, das Geld auf das angegebene Konto zu überweisen. Nun war der Betrag so gering, dass die Überweisung teurer gewesen wäre. So rief ich denn Herrn H.D. (+ 2007), Halver, an, der mir die Urkunde geschickt hatte. Herr D. war ganz erstaunt, dass ich nur diese eine Urkunde haben wollte. Er sagte mir am Telefon, dass die Kirchenbücher der Gemeinde Halver voll mit Namensträgern „Gürtzgen“ seien. Eigentlich wären für mich ja alle Urkunden von Bedeutung. Nun sah ich sehr große Kosten auf mich zukommen.
Herr D. erzählte mir, dass ein Herr J.T., ein Fabrikant aus Mülheim, durch seine großartige Hilfe dazu beigetragen habe, die Kirchenbücher der Gemeinde Halver mit dem Computer zu verkarten. Man brauche nur den Namen „Gürtzgen“ eingeben und der PC würde dann alle Urkundeneinträge über die Familie ausdrucken. Als ich Herrn D. nach den Kosten fragte, war ich von dem Preis ausgesprochen überrascht und habe direkt bei ihm alle Urkunden über die Familie Gürtzgen angefordert. Nach kurzer Zeit erhielt ich 104 Urkundentexte geschickt und ich habe mit ruhigem Gewissen ein paar Mark mehr bezahlt als gefordert. Ich konnte aber auch durch meine Unterlagen Lücken in den Kirchenbüchern der Gemeinde füllen, die durch Kriegswirren entstanden waren. Wenn es bei mir auch nur sehr gering war. Aber ein kleines Steinchen reicht oft aus, ein Mosaik zu vollenden.
Zur gleichen Zeit kamen die ersten Bilder für das Archiv bei mir an. Hier muss ich mich ganz besonders bei C. G. (DS-Nr. 163), bedanken. Als erstes Mitglied unserer Familie stellte sie mir umfangreiches Bildmaterial zur Verfügung. Viele Mitglieder schlossen sich später an. Längst nicht alle. Jedes Mitglied der Familie hat von mir schnellstens seine Unterlagen zurückbekommen, wenn es denn gewünscht wurde. Mit der Zeit hatte ich schon recht viel Material gesammelt. Vieles war jedoch noch nicht sortiert und ich suchte nach einer guten Arbeitshilfe für mich. Als ich dann in einem Kopiershop war, sah ich eine als Ringbuch zusammengeführte Familienchronik. Ich hatte dann die Idee, mir von meinen Unterlagen Kopien zu fertigen und sie als Ringbuch zu heften und als Arbeitsgrundlage für die Forschung zu verwenden. Daraus entstand dann die Dokumentation über die Familie Gürtzgen, die bis zum heutigen Tag innerhalb der Familie in 18 Exemplaren erschienen ist. Eine Dokumentation im eigentlichen Sinne war es nicht, es war eine Sammlung aller Dokumente, die ich bis zu diesem Zeitpunkt hatte. Der kleine Gewinn den ich aus dem Verkauf dieser Exemplare hatte, floss der Familienforschung zu. Ebenso war es mit dem Verkauf von farbig gedruckten Familienwappen. W.G. (DS-Nr. 222), hatte mir eine alte Fotografie des Familienwappens zur Verfügung gestellt. Diese habe ich geringfügig mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet und mit meinem Drucker ausgedruckt.
Langsam, sehr langsam gingen nun auch die ersten Anmeldungen zum 1. Familientag der Familien Gürtzgen bei mir ein. Ich hatte mir mit der Organisation des Familientages viel Mühe gemacht und eigentlich mit einer größeren Resonanz gerechnet. Aber wie hatte ich mir zu Beginn meines 2. Anlaufs in der Familienforschung geschworen:
Diesmal kapitulierst du nicht!!
Viele Telefongespräche habe ich geführt, Schwerstarbeit in Überredungskunst geleistet. Meistens mit Erfolg. Schön war dann für mich, als mir ein Mitglied unserer Familie sagte“: Na weißt du, die Gürtzgen kommen eben nicht so schnell aus den Socken!“
Immer weiter ging die Planung für den 1. Familientag. Das Risiko lag aber mehr auf der Seite des Besitzers des Hotels und Restaurants „Hohe Mark“, Herrn Wilfried Borcherding, Wesel. Dieses schöne Haus hatte ich mir ausgesucht und er setzte volles Vertrauen auf mich, ihm einen gut besuchten Familientag bieten zu können. Das aber konnte ich ihm zu Beginn meiner Planung aber nicht versprechen.
Da ich aber immer mehrgleisig forschte, galt mein Interesse einigen Besonderheiten in unserer Familie. Ich wollte die Verbindung zum Adelsgeschlecht „von Gürtzgen“ suchen; ein weiteres interessantes Forschungsfeld ergab sich in den Nachforschungen der niederländischen Familie „van Gurtzgen“[1] und die Ermittlung von Namensträgern in den Vereinigten Staaten von Amerika[2].
Doch nun wurde ich durch die Familienforscherin Frau B.H., von meinen gesteckten Zielen abgelenkt. Diese Dame hatte sich mit Dr. W.G. (DS-Nr. 182, in Verbindung gesetzt. Sie war, als sie nach Vorfahren ihrer Mutter suchte, auf den Namen Gürtzgen gestoßen und hat dann W. mit einigem Informationen versorgt. Ich erhielt dieses Material dann von ihm und fand Erstaunliches. Von einem Dieterich von Gürtzgen[3] sollte es ein Bild[4] geben. Nun war mein Jagdinstinkt geweckt und ich musste unbedingt dieses Bild haben. Das ist mir auch gelungen. Es ist ein sehr schöner Kupferstich, mittendrin – ganz klein dargestellt, kaum erkennbar – der erwähnte Dieterich, wie er von 2 Musketieren durch Tilly[5] am 27. August 1626 in der Schlacht bei Lutter am Barenberge gefangengenommen wird. So war ich mit meiner Forschung gut ausgelastet, Langeweile konnte nicht aufkommen. Am 15. Mai 1997 erschien in der Rheinischen Post, Ausgabe Wesel[6], ein erster Bericht über meine Familienforschung
Nach viel Arbeit und großer Organisation fand dann am 25. Mai 1997 der 1. Familientag der Familien Gürtzgen in Wesel statt.
Ende Abschnitt I von Teil I
[1] Siehe hierzu das Kapitel - Die niederländische Familie van Gurtzgen
[2] Siehe hierzu das Kapitel - Die Guertzgen Family in den USA
[3] Siehe - Elogium auf Dieterich von Gürtzgen – Anhang Urkunden,
Urkunde Nr. 1
[4] Quelle: Buch „Die Schlacht bei Lutter am Barenberge am 27. August 1626“ von Hermann Voges, Verlag S. Hirzel, Leipzig 1922. Beschrieben auf Seite 6 wie folgend: „Kurze und einfältige, doch aus verträulichen Communication-Schreiben gründlicher Bericht, wie es vom 14./24. Augusti bis uf den 17./27. ejusdem dis laufenden 1626 Jahrs mit den unterschiedlichen Treffen zwischen der Tillyschen und Dennemärkischen Armeen hergangen und die Victori endlich erfolget“, ein Stich von 19,7 : 27,6 cm, Original in der Königlichen Bibliothek zu Kopenhagen, Reproduktion im Braunschweigischen Landeshauptarchiv zu Wolfenbüttel (heute: Niedersächsisches Staatsarchiv Wolfenbüttel).
Eine Fotografie s/w in der Größe von 30x40 cm befindet sich im Besitz des Familienverbandes Gürtzgen / Nachkommen.
[5] Tilly, Johann Tserclaes Graf von (1559-1632), kaiserlicher Feldherr im Dreißigjährigen Krieg. Tilly wurde im Februar 1559 auf Schloss Tilly bei Nivelles (heute in Belgien) geboren. In den Jahren 1623 und 1624 rekatholisierte er im Norden des Reiches die Bistümer Halberstadt, Hildesheim, Minden und Osnabrück. In der zweiten Phase des Dreißigjährigen Krieges besiegte Tilly in der Schlacht bei Lutter am Barenberge am 27. August 1626 Christian IV. von Dänemark. Nach der Absetzung Wallensteins 1630 berief ihn Kaiser Ferdinand II. zum Generalissimus der Truppen des Kaisers und der Liga. Im Mai 1631 eroberte Tilly Magdeburg, am 17. September 1631 unterlag er König Gustav II. Adolf von Schweden bei Breitenfeld. Am 15. April 1632 wurde Tilly bei Rain am Lech erneut von den Schweden besiegt; er starb am 30. April 1632 in Ingolstadt an den Folgen der Verletzungen, die er sich in der Schlacht bei Rain zugezogen hatte. (Quelle: Microsoft Encarta 99, Auszug)
[6] Siehe Anhang - Presseberichte, Rheinische Post vom 15. Mai 1997
Beginn Abschnitt II von Teil I:
Hier nun einige kleine Auszüge von Reden, die anlässlich des
1. Familientages gehalten worden sind
Zur Begrüßung:
Dank für die schnelle Übermittlung von Daten und Fotos. Nur so war es möglich, innerhalb so kurzer Zeit so hervorragende Ergebnisse in der Forschung über unsere Familie zu bekommen.
… wird dieser Tag auf Video aufgezeichnet und hier möchte ich meinen ersten Dank Herrn W. aussprechen, der sich bereiterklärt hat, seine Freizeit für mich und uns zu opfern. So wie mein Hobby die Familienforschung ist, ist sein Hobby dass Videofilmen. Ich würde mich freuen, wenn Sie die Kamera nicht beachten würden und sich so geben, wie Sie immer sind.So wird es denn mit Ihrer Hilfe und dem fachlichen Können unseres Amateurfilmers ein schöner Film mit bleibender Erinnerung an den heutigen Tag. Ich darf Ihnen auch sagen, daß dieser Videofilm nach seiner Fertigstellung über mich bezogen werden kann und schon 3 Käufer gefunden worden sind.
… herzlich möchte ich mich bei meiner Frau bedanken. Sie hat mit sehr viel Geduld an meinem Hobby teilgenommen und mich gut unterstützt. Wie bei Ehefrauen eigentümlich, hat sie mich auch manchmal gebremst, ja, bremsen müssen!! Meistens dann, wenn die Telefonrechnungen zu hoch wurden.
Wie Sie sehen, habe ich viel Anschauungsmaterial für Sie vorbereitet. Kernstück dieser Sammlung ist die Stammtafel der Gürtzgen und Nachkommen. Und hier möchte ich mich recht herzlich bei D.G. und C.G. für die wirklich große Hilfe beim zusammenkleben der 104 Einzelblätter bedanken.
Zur Statistik:
Auf der Stammtafel befinden sich bis zum heutigen Tag 449 Mitglieder unserer Familie. Dazu werde ich Ihnen und Euch später noch einiges erklären können und dürfen. Sollten Fragen auftauchen, bin ich gerne bereit, diese so gut es geht, zu beantworten. Ich habe hinsichtlich der Stammtafel jedoch eine Bitte, schauen Sie sich diese Tafel recht kritisch an. Stellen Sie Fehler fest, würde ich Sie bitten, die an der Stammtafel liegenden Datenänderungsblätter auszufüllen und mich so mit aktuellen Daten zu versorgen. Das gleiche gilt für Ergänzungen gleich welcher Art.
Ferner bitte ich Sie auch schon jetzt, die blauen Seiten zu beachten. Hier ist der Entwurf einer Satzung über den nach meinen Wünschen zu gründenden Familienverband “Gürtzgen / Nachkommen”. Dazu werde ich mich dann zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb dieses 1. Familientages äußern.
Ihnen wünsche ich für heute einen harmonischen Tag mit viel Plaudern untereinander.
Zwischen 12:30h und 13:30h nehmen wir dann unser Essen ein und man kann sich dann auch in der schönen Umgebung die Beine vertreten. Wer nicht mehr genau weiß, welches Essen von ihm gewünscht wurde, kann ich helfen. Ich habe eine Liste der Teilnehmer und deren Essenwünsche bei mir.
Um 14.00h kommt der Reporter der Neuen Rhein Zeitung um von uns allen ein Bild zu machen und über unseren 1. Familientag einen Bericht für seine Zeitung aufzunehmen.
Inzwischen ist nun ein für mich sehr lieber Gast eingetroffen. Es ist Pfarrer W.A.. Er ist der Pfarrer unserer Stadtkirche, dem großen und schönen Willibrordi-Dom. Pfarrer A. ist mir in den letzten Wochen ein vertrauter Mensch und guter Zuhörer geworden.
Als ich im vorigen Jahr den Familientag plante, wollte ich zur Eröffnung des Tages und zur Begrüßung der Teilnehmer gerne einen Vertreter der Kirche. Ich wollte keine Predigt gehalten haben, eigentlich wusste ich es schon genau was ich wollte, hatte aber mit der Formulierung meiner Wünsche so meine Schwierigkeiten.
Ich kannte zu diesem Zeitpunkt Pfarrer A. noch nicht persönlich, hatte aber viel von Ihm und auch einiges über ihn in den Gemeindebriefen und der örtlichen Presse gelesen.
So wünschte ich mir denn diesen Pfarrer als “Eröffnungssprecher” für unseren Familientag.
Er, der sich selbst für Familienforschung interessiert und als Pfarrer und Mensch wohl kaum besser über Familie und seine Bedeutung sprechen kann.
Nach meinem ersten Anruf bei ihm haben wir uns ein paarmal getroffen und über sehr vieles geredet. Er gab mir bei unseren ersten Gesprächen Karten mit Texten von Ihm, die ihn und seine Einstellung zum Leben und die Wünsche an uns wiedergeben.
Das wünsche ich Dir.
Ein solches Leben, das Du Leben nennen magst.
So hell, so grün, so rot und blau.
Und viele Farben noch dazwischen.
Ein Stückchen Land zum Leben,
Lebensland,
das wir als Menschen brauchen.
Diese Welt ist schön.
Auszug aus einem Text von Pfarrer W.A., der in meinem kleinen Büro an der Wand hängt.
Warum Familienforschung?
Das Interesse an der Geschichte ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Geschichte ist aber nicht nur die Geschichte von Kaiser und Königen, sondern auch und das überwiegend von Städten, Dörfern und Familien. Geschichte ist ein Ablauf bestimmter Ereignisse die wir nicht beeinflussen können. Gerade deswegen ist auch die Familienforschung eine Darstellung von nicht immer geraden Wegen. Ein jeder Mensch hat in seinem Leben Ereignisse, die für ihn manchmal sehr schwer zu verstehen und auch zu verkraften sind.Diesen Tatsachen sollten wir uns stellen und eine selbstgestrickte Familiengeschichte ist dann in die “ eigene Tasche lügen”. Diese Form von Darstellungen der Familiengeschichte ist keinesfalls neueren Ursprungs. Gerade meine Forschungen und die anderer Familienforscher stellen dieses immer wieder fest.
Doch komme ich nun zur Familiengeschichte und Familienforschung Gürtzgen!
Begründer der Familiengeschichtsforschung war Dr. Otto Gürtzgen, Köln. Ihm verdanke ich die Grundlagen meiner Forschungsarbeit. Er hat um das Jahr 1925 herum mit den Forschungen über die Geschichte der Familie Gürtzgen begonnen. Hier half ihm damals ganz entscheidend die Sammlung Oidtman. Ernst von Oidtman, General und Gelehrter, Mitglied und erster Ehrenvorsitzender der “Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde", hat in 60-jähriger Forschungstätigkeit als Genealoge eine große Sammlung mit genealogischem Inhalt, - hauptsächlich zu rheinischen Adelsgeschlechtern -- angelegt. Er hat 1333 Mappen adliger Familien angelegt und diese testamentarisch der Universitätsbibliothek von Köln vermacht. Dr. G. hat diese Sammlung in jungen Jahren gesehen und einiges über die Familie Gürtzgen erfahren. Dieses erschien im so interessant, daß er beschloss sich intensiver mit der Forschung und der Geschichte der Familien Gürtzgen zu beschäftigen. Aus seinem Interesse heraus und aus der damaligen politischen Situation gründete er mit 4 Mitgliedern seiner Familie zum 1. Januar 1937 den “Familienverband Gürtzgen”.
Dr. G. verschickte auch Mitteilungsblätter an die Mitglieder des Familienverbandes und informierte sie so über seine Forschungsarbeiten. Ende 1938 hören alle Kontakte mit Otto auf. Hier wird von mir noch eine Menge Forschungsarbeit zu leisten sein, um etwas Licht in die ganze Angelegenheit zu bringen.
Familienforschung heute:
Hatte Dr. Otto um 1938 an die 20 Hausstände der Familien Gürtzgen / Nachkommen erfasst, fing ich 1980 nach tagelanger Suche in Telefonbücher mit 17 Hausständen an. Mit Beginn meiner neuen Forschungstätigkeiten im Juni 1996 hat dann auch der technische Fortschritt voll zugeschlagen. Mein altes Hobby “Sportschießen” ging aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Ich verkaufte meine Sportgeräte und legte mir aufgrund guter Weisungen eines befreundeten Familienforschers einen Computer zu. Mit Ihm wollte ich nun erneut Familienforschung betreiben.
Meine Angst vor diesen Geräten war bekannt und ich habe mich sehr überwinden müssen.
Nun, wie es auch sei, inzwischen gab es auch schon die Telefon CD - ROM und innerhalb von einigen Sekunden hatte ich 33 Eintragungen “Gürtzgen” aus der ganzen Bundesrepublik. Damit hatte ich nun eine gute Grundlage, mein altes Hobby wieder zu beleben. Ich habe mir einige Familienforschungsprogramme angesehen und mich dann für eines, dessen Darstellung gut war, entschieden. Heute habe ich ein besseres und nur mit diesem neuen Programm ist es für mich möglich gewesen, eine Stammtafel in diesem Ausmaß wie sie sie hier sehen, zu erstellen.
Habe ich vor einem Jahr mit 160 Personen angefangen, so groß war der Bestand auf der alten Stammtafel, sind auf dieser Tafel heute 449 Personen verzeichnet und ich weiß nun aus ganz sicherer Quelle, das sich dazu noch in ganz neuer und recht großer Zweig zugesellen wird.
Ende Abschnitt II von Teil I
Abschnitt III von Teil I
Gürtzgen in Amerika:[1]
Hier möchte ich nun von einer persönlichen Sternstunde meiner Forschungen berichten.
Sie betreffen hier und heute zwar nur einen kleinen Teil der hier anwesenden Mitglieder unserer Familie, sind aber so interessant, dass es sich lohnt, darüber zu berichten.
Ein Bruder meines Großvaters ist wohl um 1906 mit Frau und 2 Kindern nach Amerika ausgewandert. Er hatte nach meinen Informationen wohl einigen Streß mit seinem alten Herrn gehabt. Emil Caspar Ernst Gürtzgen, so hieß der Auswanderer, hat sich nie mehr bei seiner Familie in Deutschland gemeldet.
Mein Großvater Rudolf erzählte jedoch immer von seinem Bruder in Amerika und auch Tante Anna, Rudolfs Schwester, sprach immer von ihm. Ich hatte jedoch nie konkrete Unterlagen von seiner Existenz. Emil war, so weiß ich noch aus meiner Jugend, in den 30-Jahren und in den 50-Jahren gesucht worden. Er ist nie gefunden worden.
Ich habe vor einiger Zeit auch die Suche nach ihm aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte auch ich noch keine konkreten Unterlagen über seine Existenz. Geburtsbescheinigung und Taufurkunde fand ich erst viel später. Ich habe nun vor einiger Zeit versucht, über Auswanderer- und Schiffpassagier-Listen nach Emil zu suchen. Auch habe ich einige Male nach Amerika geschrieben. Das ging sehr gut, ein Nachbar half mir bei der Übersetzung, und die Antworten kamen schnell zurück. Besser jedenfalls als manche Zusammenarbeit mit einheimischen Behörden.
Wie denn auch sei, meine Suche nach Emil war nicht von Erfolg gekrönt.
Es gab einfach keine Spur von ihm. Ich erhielt auch den Hinweis, daß westfälische Auswanderer auch sehr häufig über Le Havre ausgewandert seien und dort keine Schiffspassagierlisten geführt worden wären. Nun war meine Überlegung die, daß Emil wohl nie in Amerika angekommen sei. Einbürgerungsbehörden die ich angeschrieben hatte, konnten mir auch nicht weiterhelfen.
Zweite Überlegung war, wenn er in Amerika angekommen ist, hat er mit Gewißheit seinen Namen geändert. Gürtzgen ist wohl in der englischen Sprache fast nicht auszusprechen. Also könnte ich Nachfahren von ihm nicht finden. Genauere Überprüfungen von Auswanderer-Listen konnte ich nicht bezahlen. Hier beliefen sich die Kosten einer Suche durch beauftragte Genealogen ob mit oder ohne Erfolg auf gute 50,00DM die Stunde. Ich habe so erst einmal die Suche verschoben und mich wieder anderen Quellen zugewandt.
Es kam mir aber ein großer Zufall zu Hilfe.
Ich bekam Post von dem Herausgeber Familienbuches. Ich kannte dieses Buch schon von anderen Familien. Dieses Buch ist denkbar schlecht und für eine Familienforschung ungeeignet. Es zeigt Grundlagen der Familienforschung auf, beschäftigt sich etwas mit Heraldik und erklärt Familiennamen. In jedem anderen Werk kann man gezielter Unterlagen über die Familienforschung bekommen als es in diesem Buch geschieht.
Wie der Autor des Buches in seiner Vorankündigung schreibt, hat er die Möglichkeit, auf einige Millionen Datensätze von Anschriften zurückgreifen zu können. Dieses geschieht durch ihn jedoch völlig wahllos und ohne jegliche verwandtschaftliche Beziehung. Man findet dann in diesem Buch Namensvetter aus aller Welt. Meistens sind diese Daten auch total veraltet. Bei einem Preis von über XX,--DM ist dieses Buch auch total überzogen.
Ich suchte ja nun immer noch Namensträger Gürtzgen in der ganzen Welt. Wußte aber aus meiner bisherigen Forschung, daß Gürtzgens nur noch in Holland und vielleicht in den USA leben können.
So habe ich nun den Verlag angerufen, der dieses Buch hier in Deutschland druckt. Diese freundliche Dame wußte von der Problematik dieses Buches und war bereit, mir dieses Buch gegen Rechnung zu liefern.
Sechs Wochen nach Bestellung erhielt ich dann für sehr viel Geld mein Buch in den Händen. Ich habe gleich die letzten Seiten aufgeschlagen um nach den Adressen zu sehen.
Ich bin dann fast auf Kreuz gefallen. Unter Deutschland waren einige Adressen von Namensträgern aufgeführt, teilweise wie üblich veraltet, auf jeden Fall aber alle mir bekannt. Jedoch fand ich unter den USA 13 Anschriften von Namensträgern Gürtzgen, jedoch mit “ue” geschrieben. Ich war so überrascht, daß ich am gleichen Tag noch dieses Buch bezahlt habe. Das alles war am 30. April 1997. Am nächsten Tag, dem 1. Mai habe ich mich hingesetzt und einen Brief an diese 13 Anschriften[2] geschrieben.
Am 13. Mai um 16.40h ging bei mir dann das Telefon. Eine englisch sprechende Stimme meldete sich mit Namen B. L. Guertzgen und es begann ein herrlicher Dialog. Er kein deutsch - ich kein englisch. Er sprach jedoch so ein klares und langsames Englisch, das ich ein kleines bißchen verstand. B.L. erklärte mir am Telefon, daß er der Enkel des von mir gesuchten Emil sei und alle 13 Anschriften die ich hätte, Nachkommen von Emil wären.
Noch in der Nacht hat dann meine Tochter 21 Minuten (bei einem Minutenpreis von 1,44DM) mit unseren neugefundenen Verwandten gesprochen.
Weitere Informationen erwarte ich.
Ich habe mir jedenfalls ein Übersetzungsprogramm für meinen Computer gekauft und kann dann hoffentlich Briefe nach Amerika schreiben und Briefe aus Amerika übersetzen.
Siehe hierzu 1. Familientag
j.g. - Zeitzeichen
