Aus Datenschutzgründen werden die Namen noch lebender oder erst kürzlich verstorbener Familienmitglieder gekürzt. Durch die Datensatznummer (DS-Nr.xxx) in Verbindung mit der Personen-Liste
des Verbandes können Mitglieder der Familie
den vollständigen Namen ermitteln.
Teil II, Abschnitt I
Mit viel Glück findet man ein „Sahnestück“
und so sieht dann der Weg „zurück zur Familie“ aus!
Auszug aus einem Schreiben an ein Archiv
Wesel, den 13. Januar 1998
Sehr geehrter Dr. D.,
… auf grund meiner Unterlagen und meinem Kenntnisstand hatte Dr .Otto zwei Stammtafeln über unserer Familie gefertigt.
Die erste war die über die dann seit etwa 1780 (1814) bürgerlichen Gürtzgens und befindet sich in meinem Besitz. Die zweite Tafel war die über die adelige Familie von Gürtzgen, ein nicht ganz vollständiges, aber schon gut ausgearbeitetes Stück. Durch meine Suche weiß ich nun, daß sich diese zweite Stammtafel im Besitz Ihres Archivs befindet. Herr B., ein Forscher aus Wuppertal, hat vor einigen Jahren diese Stammtafel aus dem Nachlass des A. C., Berlin-Grunewald, bei Ihnen fotokopiert. Aus einigen Unterlagen ist mir, dass mein Verwandter, Dr. Otto Gürtzgen, Köln, diese Stammtafel wohl um den August 1938 an den befreundeten Forscher Herrn A. C., geschickt hat.
Herr C. konnte die Stammtafel… mehr zurück geben. Wie ich ja schon vorher erwähnte, ist Dr. Otto wohl um September 1938 aus Köln fort gezogen und hat nie wieder Familienforschung betrieben. Auch hat er sich nie wieder in seiner damaligen Nebentätigkeit als Geschäftsführer des alten Familienverbandes bei irgendwelchen Mitglieder des alten Familienverbandes gemeldet.
Aller Kontakt hört Ende 1938 auf. Es sind Vermutungen, daß sein Verschwinden vielleicht auch mit den damaligen Machthabern zu tun hat. Seine hervorragenden Forschungsunterlagen sind auf immer verschwunden. Bis gestern, als ich nun die Kopie der alten Stammtafel über die adelige Familie “von Gürtzgen “ sah.
Nun kommt meine große Bitte an Sie, sehr geehrter Herr D.!
Als Geschäftsführer des neuen Familienverbandes Gürtzgen / Nachkommen und somit als Nachfolger des alten Familienverbandes Gürtzgen bitte ich Sie, mir nun unser „Eigentum“ wieder zur Verfügung zu stellen. Sie als Direktor dieses Archivs können es sich sicherlich sehr gut vorstellen, was es heißt, eigentlich Verschwundenes wieder aufzufinden.
Vor allen Dingen auch deshalb, weil ich ja im Besitz des Gegenstückes bin. Mein Original ist aus rautierten Kanzleibögen, inzwischen recht vergilbt, im DIN A3 Format, zusammengeklebt zu einer Tafel in der Größe von ca. 120cm x 60cm und mit dunkler, schon leicht verblasster Tinte, geschrieben. Das sich in Ihrem Archiv befindliche Gegenstück müsste eigentlich auch so aussehen.
Ich habe Ihnen nun mehrere Abschriften von Briefen von Dr. Otto an meinen Großvater Rudolf beigelegt. Aus einem Brief vom 16. Juli 1938 ist ersichtlich, daß Otto diese Stammtafel Herrn A. C. zur Einsicht schicken will, und er hat es ja auch getan! Ferner lege ich Ihnen auch den Mappendeckel bei, in dem sich aller Wahrscheinlichkeit die Stammtafel befindet. Außerdem auch wohl das Endblatt des Schreibens von Dr. Otto Gürtzgen an A. C..
Ich habe nur eine wirklich große Bitte an Sie. Kümmern Sie sich um mich und um meine Bitte und geben Sie mir recht bald eine für mich, meine Forschung und für den Familienverband Gürtzgen / Nachkommen, positive Nachricht.
Mit freundlichen Grüßen
Ein weiteres Schreiben an das Archiv
Wesel, den 27. Februar 1998
Sehr geehrter Herr D.,
haben Sie recht herzlichen Dank für Ihren lieben Brief. Wie war ich doch erst enttäuscht! Aber beim Weiterlesen Ihres Briefes fand ich ja viele Tipps und so bekam ich für mich wieder Hoffnung.
Recht schnell habe ich dann den von Ihnen angegebenen Herrn Prof. Dr. D. C. gefunden gehabt. Am gleichen Abend habe ich noch mit ihm Kontakt aufgenommen und für mich erstaunliches erfahren. Er ist der Sohn des A. C., dessen Nachlass Sie verwalten.
Ich habe ihm in kurzen Zügen den Sachverhalt erklärt und er sah im Prinzip keinerlei Schwierigkeiten, mir die Stammtafel der adeligen Familie Gürtzgen zu übergeben. Er hat mich jedoch gebeten, ihm alles schriftlich mitzuteilen. Auch das habe ich inzwischen gemacht. Er hat von mir alle Unterlagen, so wie ich sie auch Ihnen geschickt habe, bekommen. Ich habe ihm auch Ihren Brief an mich in Kopie beigelegt. Er versprach mir, daß er sich recht schnell melden wolle…
… Ihren letzten Ausführungen zum event. Verbleib der Stammtafel in Ihrem Archiv kann ich Ihnen noch keinerlei Auskünfte geben. Hier handele ich erst einmal im Auftrag und im Sinne meines Familienverbandes, verschwundene Unterlagen erst wieder in unseren Besitz zu bringen. Ich mache mir schon Gedanken darüber, wie später mit meinem gesamten Archiv verfahren werden soll. Ich gebe Ihnen uneingeschränkt Recht, daß es sehr schlimm wäre, wenn nach meinem Tode die ja sehr schöne Sammlung nicht mehr bearbeitet würde oder erhalten bliebe. Jedoch auch hier muss ich noch mit den Mitgliedern des Familienverbandes Rücksprache nehmen.
…eine Leihgabe an ein Archiv ist in meinen Augen eine nicht uninteressante Sache. Hier müsste dann aber ähnlich wie im Fall C. ein guter Vertrag ausgearbeitet werden. Wenn es für Sie machbar ist, können Sie mir ja vielleicht mal diesen Vertrag als Kopie schicken. So hätte ich Möglichkeiten, mich an ihm zu orientieren und dann sogar einen eigenen Vertrag zu entwerfen. Der in Ihren Händen befindliche Vertrag scheint mir sehr gut ausgearbeitet, bindet er doch in sehr fester Weise die Parteien, läßt aber noch genug Spielraum um andere Entscheidungen treffen zu können.
Nun für heute erst einmal Schluss…
Brief Nr. 3
Wesel, den 24. März 1998
Sehr geehrter Herr B.,
ich nehme Bezug auf Ihr Telefongespräch vom heutigen Tag mit mir.
Ich wünsche die Übersendung der Stammtafel durch die Post, den Inhalt wasserdicht verpackt, als Wertpaket gegen Einschreiben. Die anfallenden Kosten werden von dem Familienverband Gürtzgen / Nachkommenübernommen und bei Eingang des Paketes bei mir umgehend an Ihr Archiv überwiesen. Ich glaube, daß es durch die Übersendung solcher Unterlagen durch Ihr Archiv zu keinen Schwierigkeiten kommen muss. Sollten Probleme auftauchen, bitte ich um Nachricht.
Ich selbst verschicke schon seit sehr langer Zeit Urkunden und alte Fotos auf diesem Weg.
Die Weisung des Herrn Prof. Dr. C. an Herrn Dr. D. ist klar und präzise und dürfte nach meiner Meinung zu keinen Missverständnissen führen.
Mit freundlichen Grüßen
Nun noch Brief Nr. 4
Wesel, den 6. Juli 1998
Sehr geehrter Herr Dr. D.,
Recht herzlich möchte ich mich nun bei Ihnen für die hervorragende Hilfe bedanken, die dazu geführt hat, die Stammtafel der adeligen Familie “von Gürtzgen “ wieder in den Besitz der Familie zu bringen.
Mein Dank gilt auch Ihrem Mitarbeiter Herrn B., der für den sicheren Transport der doch für uns und unserer Forschung sehr bedeutungsvollen Stammtafel nach Wesel gesorgt hat…
Nun aber noch einmal mein herzlichster Dank insbesondere vom neuen Familienverband Gürtzgen / Nachkommen.
Zu Ihrer Information und vielleicht auch für Ihr Archiv habe ich Ihnen das 1. Mitteilungsblatt des Familienverbandes beigelegt. Wenn Sie eine Aufnahme in den Verteiler wünschen, bitte ich um Nachricht.
Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine erfolgreiche Arbeit.
Mit freundlichen Grüßen
Jetzt befindet sich die alte Stammtafel der adeligen Familien von Gürtzgen wieder in den Händen des Familienverbandes Gürtzgen / Nachkommen
Ende des Teils II, Abschnitt I
j.g. - Zeitzeichen
